VRC bei den 69. Staatsmeisterschaften

                         Von Bruderkriegen, Debütanten und fehlender Puste

Die 69. Österreichischen Staatsmeisterschaften sind Geschichte, und der VRC war mit einem beachtlichen Aufgebot vor Ort. Unsere Truppe – bestehend aus Michael Rupp, Erik Gebeshuber, Stefanie Wagner, Christoph Twaroch, Zhe Lei, Justin Sundara, Elias Kollmann, Simon Kalinka, Barbara Galos und Nicoleta Tiron – sorgte für spannende Ballwechsel, interne Duelle und bewies, dass man auch bei Niederlagen Haltung (und Humor) bewahren kann.

Hier sind die Highlights aus dem VRC-Lager:

Herreneinzel: Das interne Duell und die Sauerstoff-Frage
Da sich halb Badminton-Österreich für das Herreneinzel angemeldet hatte, wurde ein riesiger 64er-Raster gespielt. Und wie es das Schicksal (oder die sadistische Auslosungs-Software) so will, gab es gleich zum Auftakt ein VRC-internes Gemetzel: Michael Rupp traf auf Simon Kalinka. Die beiden schenkten sich nichts, und nach drei harten Sätzen und vielen vergossenen Schweißtropfen setzte sich Michael mit 19:21, 21:14 und 21:16 durch. Leider war für ihn in der nächsten Runde gegen Matteo Badent Endstation.

Erik Gebeshuber hatte in der ersten Runde einen unsichtbaren Gegner: Florian Wöhrl musste krankheitsbedingt w.o. geben. In der zweiten Runde bekam es Erik dann allerdings mit Christian Hartner zu tun, der sich als harte Nuss und späterer Viertelfinalist entpuppte – Endstand hier leider 14:21 und 8:21 aus Eriks Sicht.

Elias Kollmann startete dank guter Setzung erst in Runde zwei und machte es dort gegen Jürgen Schuster unnötig spannend. Als Favorit ins Rennen gegangen, gönnte er sich drei Sätze, ehe er den Sack zumachte (21:16, 15:21, 17:21). Im Achtelfinale wartete Michael Tomic. Der erste Satz war ein offener Schlagabtausch auf hohem Niveau (17:21), doch im zweiten Satz meldete sich Elias’ Lunge ab: Die Puste war weg, der Tank leer, und das Spiel ging mit 11:21 verloren.

 

Dameneinzel: Die letzte Amazone
Unsere einzige Einzelkämpferin bei den Damen, Barbara Galos, hielt die VRC-Fahne hoch. Ihr Achtelfinale gegen Susanne Schuster war nichts für schwache Nerven, aber Barbara bewies im Entscheidungssatz den längeren Atem und gewann knapp. Im Viertelfinale wartete dann die Favoritin dieses Rasters. Barbara kämpfte tapfer, musste sich aber am Ende (14:21, 12:21) geschlagen geben. Ein starker Viertelfinal-Einzug!

Herrendoppel: Debütanten-Ball und Kärntner Mauern
Im Doppel gab es eine Premiere: Justin Sundara und Christoph Twaroch spielten ihre ersten Staatsmeisterschaften. Und wie! In Runde eins schickten sie ihre Ex-Teamkollegen Ferdinand Bauer und Duy Anh souverän unter die Dusche (21:16, 21:15). Im Achtelfinale gegen Wiesler/Wang erlebten die Zuschauer ein Wechselbad der Gefühle: Nach einem katastrophalen ersten Satz (7:21 – wir hüllen den Mantel des Schweigens darüber), kämpften sich die beiden sensationell zurück, holten den zweiten Satz in der Verlängerung, nur um im dritten Satz dann doch den Kürzeren zu ziehen. Ein absolut ehrenwertes Debüt!

Simon Kalinka und Elias Kollmann profitierten erneut vom „Phantom“ Florian Wöhrl (wieder w.o.), liefen dann aber im Achtelfinale gegen das Kärntner Top-Duo Zhan/Steinwender gegen eine Wand und verloren recht deutlich.

Spannung pur lieferten Erik Gebeshuber und Michael Rupp. Ihre Gegner tauschten kurzfristig einen Spieler aus (der Ersatzmann war natürlich stärker als der ursprüngliche Gegner – klassisches Pech), doch unsere Jungs ließen sich nicht beirren und gewannen den Krimi in der Verlängerung des zweiten Satzes (22:20). Im Achtelfinale war gegen ein starkes Grazer Paar dann allerdings Schluss.

Damendoppel & Mixed: Von „Wackelig“ bis „Vernichtet“
Im Damendoppel hatten Stefanie Wagner und Barbara Galos Lospech und trafen gleich auf das starke Duo Haas/Reiter, was leider ein kurzes Gastspiel bedeutete.

Im Mixed ging es drunter und drüber:

Erik musste krankheitsbedingt passen.

Michael und Nicoleta kämpften brav gegen Schwarzmann/Zhan, mussten aber deren Überlegenheit anerkennen.

Justin und Debütantin Zhe Lei lieferten sich ein enges Match gegen Mayrhauser/Hofer, bei dem am Ende nur das Quäntchen Glück fehlte (doppeltes 17:21).

Die Geschichte des Tages lieferten aber Christoph Twaroch (als Ersatz für den verletzten Markus Schaller) und Stefanie Wagner. Nach einem Start, der so wackelig war wie ein Kartenhaus im Wind, gewannen sie ihre erste Runde doch noch. In der nächsten Runde trafen sie auf Jakob Sorger und Serena Au Yeong. Sagen wir es so: Es war lehrreich. Mit 6:21 und 13:21 wurden sie, sportlich fair ausgedrückt, „vernichtet“.

Einen Lichtblick gab es noch bei Elias Kollmann und Barbara Galos: Sie fegten das junge Paar Rampler/Waukmann im Eiltempo vom Platz. Im Achtelfinale traf Elias dann wieder auf seinen persönlichen Endgegner des Turniers, Felix Steinwender, und musste erneut gratulieren.

 

Bilder: ÖBV/Martin Göggel