VRC beim 2. Elite-Turnier in Dornbirn: Von Alpen-Romantik, verwechselten Partnern und der ewigen Suche nach Sauerstoff
Das 2. ÖBV-ELITE-Ranglistenturnier 2026 lockte den heimischen Badminton-Zirkus ganz in den Westen, genauer gesagt in die Badmintonhalle Vorarlberg in Dornbirn. Für unsere VRC-Delegation – bestehend aus Anton Veselov, Barbara Galos, Christoph Twaroch, Erik Gebeshuber, Johanna Kleewein, Justin Sundara, Michael Rupp, Nicoleta Tiron und Zhe Lei – hieß das: ab in den Zug oder ins Auto und rein ins Ländle. Neben dem obligatorischen Schweißverlust gab es dieses Mal auch unfreiwillige Sightseeing-Touren, leichte Verwirrung auf dem Court und einen Neuling, der die Grenzen seiner Lungenkapazität auslotete.
Hier ist die Chronik eines höchst unterhaltsamen Wochenendes:
Herreneinzel: Von Marathon-Matches und schweren Beinen
Unsere große Hoffnung im Einzel ruhte auf den Schultern von Erik Gebeshuber. Gegen seinen Trainingskollegen Markus Zvonek musste Erik drei Matchbälle abwehren, bevor er das Spiel in einem knappen Krimi mit 21-15, 17-21 und 22-20 für sich entscheiden konnte. In Runde zwei war dann gegen das Jugendnationalteam-Talent Martin Zhang (14-21, 12-21) das Ende der Hauptrunde erreicht. In den anschließenden Platzierungsspielen hielt Erik das Tempo weiter hoch: Er gewann gegen Kumpel Julian Maier in zwei Sätzen und rang Noah Rampler in einem echten Marathon-Match mit 7-21, 26-24 und 21-18 nieder. Erst im letzten Spiel musste sich Erik gegen Ferdinand Bauer (16-21, 8-21) geschlagen geben und belegte schlussendlich den starken 10. Platz.
Für Michael Rupp (Platz 26) startete das Turnier eher touristisch. Gemeinsam mit Nicoleta Tiron verlor er sich etwas in der malerischen Vorarlberger Berglandschaft. Die beiden schafften es gerade noch so rechtzeitig in die Halle. Michaels Turnier war grundsolide, aber vielleicht waren die Beine nach der morgendlichen Natur-Bewunderung noch etwas schwer.
Besondere Erwähnung verdient Justin Sundara (Platz 29) bei seinem allerersten Elite-Einzel. Gegen den an vier gesetzten Richard Schneeberger dominierte Justin phasenweise den ersten Satz, doch dann grüßte ein alter Bekannter: die fehlende Puste. In den darauffolgenden Spielen wechselte Justin fließend zwischen unglaublichen Schlägen und unglücklichen Fehlern – ein klassisches Debütanten-Phänomen.
Dameneinzel: Die unermüdliche Amazone
Barbara „Babsi“ Galos vertrat uns einmal mehr als Solo-Kämpferin an der Damenfront. Das Teilnehmerinnenfeld war zwar klein, dafür aber extrem stark besetzt. Babsi hielt voll dagegen, sicherte sich den zweiten Platz in der Gruppenphase und musste sich in den Spielen um die Plätze 4 bis 6 ihren Konkurrentinnen nur hauchdünn geschlagen geben. Das bedeutete am Ende einen hervorragenden 6. Platz.
Herrendoppel: Das Podest im Visier
Große Spannung lag in der Luft, als Christoph Twaroch und sein Partner Julian Maier das Halbfinale erreichten. Dort leisteten sie den topgesetzten Jugendnationalspielern ordentlich Gegenwehr und waren die Einzigen im gesamten Turnier, die den späteren Siegern einen Satz abknöpfen konnten! Im Spiel um Platz 3 schwanden bei Julian (der eiserne drei Bewerbe in den Knochen hatte) die Kräfte. Im Entscheidungssatz lag das Duo aufgrund einer Fehlerserie von Christoph zur Pause mit 4:11 zurück. Trotz einer kämpferischen Aufholjagd reichte es am Ende für den undankbaren 4. Platz. Dennoch: Bisher bestes Ergebnis für die beiden!
Erik Gebeshuber und Michael Rupp trafen auf ihre Trainingskollegen Jan Schumacher und Markus Zvonek. In einem sehr engen und umkämpften Match konnten sich die beiden VRC-Spieler mit 21-18 und 23-21 durchsetzen. Die nächsten beiden Partien gingen dann leider verloren, was unterm Strich den 8. Platz bedeutete.
Justin Sundara und Anton Veselov taten sich bei ihrer Premiere anfangs etwas schwer, die gemeinsame Harmonie zu finden. Nach einer spielerischen Achterbahnfahrt verließen sie das Turnier aber mit einem 12. Platz und viel Optimismus für die Zukunft.
Damendoppel: Lektionen und Lichtblicke
Babsi Galos und Zhe Lei gaben ihr gemeinsames Debüt und harmonierten sofort. Mit starken Leistungen sicherten sie sich in den Platzierungsspielen den grandiosen 5. Platz. Da wächst eine sehr interessante Paarung heran!
Für Nicoleta Tiron (mit Natalia Igronova, Platz 7) und Johanna Kleewein (mit Laura Waukmann, Platz 9) lief es an diesem Wochenende etwas holpriger. Die Bedingungen in der Halle waren ungewohnt und die Gegnerinnen gnadenlos. Abhaken und weiter geht’s – beim nächsten Mal läuft es bestimmt wieder runder!
Mixed: Von Energiesparmodi und verwechselten Partnern
Zhe Lei und Christoph Twaroch (6. Platz): Die beiden knüpften an ihre jüngsten Erfolge an. Nach einer erwartbaren Niederlage in Runde 3 trafen sie auf Babsi und Julian Maier. Das Twaroch/Lei-Duo nutzte Julians „Energiesparmodus“ (er schonte sich berechtigterweise fürs Doppel) und holte den Sieg. Und das Wichtigste: Im Gegensatz zum letzten Turnier meldete sich diesmal keine Lunge ab!
Barbara Galos und Julian Maier (8. Platz): Diese neue Konstellation sorgte für Schmunzeln auf dem Court. Babsi schien phasenweise ganz vergessen zu haben, dass sie dieses Mal mit Julian auf dem Feld stand und erinnerte sich lautstark an die Abstimmung mit ihrem üblichen Mixed-Partner. Trotz der Verwirrung und eines schweren Loses reichte es für die Top 10.
Michael Rupp und Nicoleta Tiron (11. Platz): Nach der unfreiwilligen Morgen-Wanderung starteten die beiden mit einer Auftaktpleite ins Turnier. Danach schalteten sie jedoch taktisch clever um, fingen sich wieder und zeigten starke Ballwechsel.
Anton Veselov und Natalia Igronova (14. Platz): Für Anton war es ein eher gebrauchter Tag. Er wurde von Nackenproblemen geplagt und nahm den Fuß vom Gas, um sich für das anstehende Heimturnier in Wien zu schonen.
Jan Schumacher und Johanna Kleewein (15. Platz): Das Duo musste sich in der Abstimmung erst finden, belohnte sich aber im letzten Match noch mit einem Sieg.