Vienna Racket Club
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    3. WBV Doppelturnier 2013/14

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    3. WBV Doppelturnier 2013/14

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    3. WBV Doppelturnier 2013/14

  • (Foto: Sven Heise)


Also eines vorneweg: Gott sei Dank haben wir vorab keine großartigen Wetten über den Ausgang des Play-Offs abgeschlossen. Wir hätten alle durch die Finger geschaut, bis auf Babsi („Wir haben auf jeden Fall eine Chance.“) lagen alle anderen Tipps klar daneben.

Aber ganz von Anfang an: Am schön sonnigen 12. Mai 2018 chauffierte Taxifahrer Andi die VRC-Fangemeinde + Markus Hinz zur sehr frühen Stunde (10:30 samstags!!) von Hütteldorf nach Vorchdorf. Die Fahrt verlief relativ reibungslos und von belustigenden Kommentaren unseres Chauffeurs begleitet:

  •  „Wir haben das Auto schlecht beladen ... dann müsst ihr euch während der Fahrt halt einfach alle nach hinten links lehnen.“
  • - „Das Auto ist so lange, wenn die Steffi aus der letzten Reihe etwas sagt, klingt das hier vorne als hätten wir schlechten Empfang.“
    - Steffis schallender Lacher erklingt
    - „Aber das Lachen geht, das klingt als hätten wir einen Verstärker hier vorne.“

Nach einem kurzen von Markus Nervosität geprägtem Zwischenstopp für Toilettenbenutzung und Nahrungs- und Biererwerb ging es auf die Zielgerade Richtung Vorchdorf, wo Andi in einigen Kurven dafür sorgte, dass Bier, Fahrgäste und der Kofferrauminhalt durchgeschüttelt wurden. Daraufhin bekam Stephi S. die Panik: „Hoffentlich habe ich dann keinen Rucksack voller Gemüsespaghetti.“

Anmerkung: Stephi S. stand am Vortag eine Stunde in der Küche, um Paradeiser zu passieren und extra Spaghetti mit Gemüsesauce für Phil zu kochen - die dann zwar oft erwähnt wurden aber trotzdem niemand aß.

Gemäß dem Hinz´schen Zeitplan kamen wir um 13 Uhr in Vorchdorf an und holten unsere kroatischen Legionäre aus ihrem Hotel ab. Danach beschäftigten wir uns mit der schwierigen Frage, wie wir denn jetzt in die Halle hineinkämen, bzw. wo die Halle überhaupt ist. Halle inklusive Eingang gefunden, Spieler abgesetzt, also hatte die Fangemeinde all ihre Pflichten erfüllt und durfte sich vor ihrer anstrengenden und nervenzehrenden Aufgabe des Beifalls klatschen und sich die Seele aus dem Leib schreien noch mit einem gescheiten Mittagessen stärken.

Um 14 Uhr begann das Einspielen beider Mannschaften, gefolgt von den offiziellen Mannschaftsfotos. Da unsere neuen Spieler noch keine VRC-Dressen hatten, wurden für das Foto kurzerhand Geiß-, Wagner-, Wagner- und Top-Coach-Trikots übergestreift und der Name am Rücken überklebt.

Als die Temperaturen in der Halle und die Aufregung der Fans ihren Höhepunkt erreicht hatten (15 Uhr), wurden die langersehnten so entscheidenden Spiele durch ÖBV-Präsident und Teamchef von Vorchdorf- Harald Starl -angesagt und durch die Schiedsrichter Fritz Freimüller und Lukas Mittermayr angepfiffen.

Im ersten Spiel des Tages (HD1) gingen für den VRC Igor Cimbur (CRO) und Luka Ban (CRO) im HD1 gegen Tilen Zalar (SLO) und Primoz Flis (SLO) an den Start. Im Match Kroatien gegen Slowenien in der österreichischen Bundesliga hatten die Kroaten klar die Oberhand und siegten in einer 2-Satz-Partie 21:11, 21:11.

Zeitgleich ging der Kampf um den Sieg im HD2 los. Im Match Deutschland gegen Österreich setzten sich schlussendlich die Österreicher knapp durch. Das VRC-Doppel Hinz/Höhn hatte im ersten Satz mit Startschwierigkeiten zu kämpfen, holte dann ordentlich auf, musste aber dennoch den ersten Satz mit 17 abgeben. Im zweiten Satz machten sie ihren Gegnern Dominik Kronsteiner und Erik Seiwald das Leben etwas schwerer, da sie um einiges stärker als im ersten starteten. Leider half nicht einmal Steffi W. psychische Unterstützung auf der Trainerbank und Vorchdorf verkürzte auf 1:1 in Spielen.

Nach dem HD1 folgte das DD mit Matea Cica und Dora Drvodelic auf VRC-Seite und Zita Banhegyi und Martina Nöst auf der gegnerischen Seite. Leider konnten die Vorchdorferinnen ihren Heimvorteil nicht nutzen und hatten mit den kroatischen Gegnerinnen schwer zu kämpfen. Beim (Zusammen-) Spiel der Kroatinnen könnte man von einer Klasse für sich sprechen, mit der die beiden das Spiel mit 21:4 und 21:8 heimholten. Die Leichtigkeit mit der sie spielten und trotzdem an jedem Ball dran waren und angreifen konnten war teilweise atemberaubend.

Das HE1 war wohl das härtest umkämpfte Spiel. Es kam wieder zu einer Begegnung Kroatien gegen Slowenien und zweier Spieler die sich schon aus dem HD1 kannten. Igor Cimbur versuchte das Spiel mit Ruhe und Gelassenheit zu gewinnen und hatte als Werkzeug einen Smash in der Tasche der Phils Atom-Smash ordentlich Konkurrenz macht. Leider rechnete Igor oft nicht mit der Hammerabwehr des erst 20-jährigen slowenischen Jungspunds der auch jeden noch so harten Smash perfekt retournierte und auf dem Feld lief wie aufgezogen. Diese junge Gummiwand wurde Igor im Endeffekt auch zum Verhängnis (16:21, 21:18, 18:21). Dies war also wieder Vorchdorfs Chance auf 2:2 aufzuholen. 

Parallel dazu wurde das HE2 von Luka Ban und Primoz Flis  gespielt. In die zweite 3-Satz-Partie des Tages ging Luka anfangs scheinbar überlegen, da er gleich die ersten Punkte machte. Am Ende wurde es jedoch noch einmal ganz schön spannend, weil zirka ab Punktestand 18:18 immer abwechselnd Punkte gemacht wurden und es dadurch zu einigen Satzbällen kam, bei denen dann Flis beim Stand 25:23 den Sack zumachte. Und obwohl Luka erst 16 Jahre alt ist, zeigte er die Nervenstärke eines Routiniers, behielt einen kühlen Kopf und entschied Sätze 2 und 3 und somit das Spiel für sich. Der nächste Punkt für den VRC zu 3:2!

Dora Drvodelic zeigte auch im DE was sie auf dem Feld alles draufhat. Sie schlug in zwei Sätzen (21:9, 21:12) die dreifache steirische Meisterin von 2018 Martina Nöst und ließ dadurch die VRC-Fans aufatmen. Durch diesen Sieg und das bereits erzielte bessere Punkte-/Satzverhältnis war es zu diesem Zeitpunkt bereits ziemlich sicher, dass sich der VRC nächste Saison in der Bundesliga wiederfinden würde.

Das HE3 war die einzige österreichische Begegnung dieses Playoffs für die der VRC seinen Quoten-Österreicher Lukas Windischberger ins Rennen schickte. Im Match gegen Erik Seiwald kämpfte Luki tapfer um jeden Punkt. konnte aber leider nicht zu seinem Spiel finden und unterlag Seiwald in zwei Sätzen mit 16 und 12. 

Für ein „schönes“ Ergebnis, bei dem nicht der Satzvergleich über Sieg und Niederlage entscheidet sondern die Spiele für sich sprechen, müsste es jetzt der Kapitän im MX mit Matea Cica richten. Und wenn der Kapitän am Feld steht, ist der Name Programm. Der Hinz gewinnt´s - in diesem Fall mit Unterstützung seiner taktisch klug und unfassbar gut spielenden Partnerin, denn auch: Matea beherrscht das Spiel sea ;)
Genug der Reime: Ihre Vorchdorfer Gegner (Dominik Kronsteiner/Zita Banhegyi) bekamen wenig Chancen, sie waren oft in der Verteidigung und wenn sie angreifen konnten, konterten Hinz/Cica noch gekonnter und sicherten sich den Punkt. Das ungeschulte Auge, würde sagen, zwei perfekt aufeinander abgestimmte Spieler. Starke Leistung, Markus und Matea!
Jetzt war es auch ein „schönes“ Ergebnis mit dem wir uns in die Bundesliga gekickt haben. 

Zusammenfassend lässt sich gut analysieren: Bis auf das HE2 wurden alle Spiele in zwei Sätzen gewonnen und die dann doch relativ klar. Das härtest umkämpfte Match des Tages: HE1 

Nach dem Ausbleiben eines erwarteten emotionalen Hinz´schen Jubels kehrte das gesamte Team inklusive Fangemeinde noch in einer Pizzeria ein, um den Sieg gebührend zu feiern und somit den niedergeschlagenen Vorchdorfern leider noch ein Schipperl draufzugeben - diese hatten nämlich auch die Idee in dieselbe Pizzeria Essen zu gehen und mussten sich unsere freudige Stimmung noch etwas länger geben. Es war ein geselliges Zusammensitzen eines kunterbunten Haufens aus mehreren Nationen, die zeigten, dass Sport über jegliche Nationen-, Länder- und Sprachgrenzen hinweg verbinden kann.
Zu erwähnen wäre an dieser Stelle vielleicht auch Luki, der uns eine ganz neue Seite von sich zeigte und Sprüche klopfte als wäre das sein täglich Brot - und das nachdem er nur zwei Schlucke Bier gemacht hatte.

Nach dem Essen verabschiedete sich das Team in alle möglichen Himmelsrichtungen und das VRC-Fanmobil trat seine Heimreise nach Wien an. Mit einer Menge Ausgelassenheit, einem endlich (halbwegs) entspannten Markus, jeder Menge Spaß, (Tanz-)Partys zu schlechter Musik und auch einer ganz neuen voll verrückten Seite von Steffi W., die das Auto zum Hüpfen brachte, verging die nächtliche Busreise wie im Flug. 

Nach der Rückgabe unseres Fanmobils (und nachdem Andi zirka 23 Mal kontrolliert hat, ob eh´ alle Türen ordnungsgemäß versperrt sind) genehmigten sich die BL-Experten noch 1,2,3 Absacker in einem Pub. Die dort geführten streng geheimen Gespräche aller Beteiligten in ihren jeweiligen Funktionen bleiben unter Verschluss, denn was in der Bar passiert, bleibt in der Bar. Und an all jene, die sich jetzt in ihren Allerwertesten beißen, weil sie nicht wissen, was wir alles in der Bar erlebt haben und wie lustig wir es hatten: gut so, es soll euch eine Lehre sein, das nächste Mal müsst ihr halt einfach selbst mitfahren. 

Das „Fanmobil“ mit
Markus: Spieler, Top-Coach, Nervenbündel
Stephi S.: Fan
Franz: professioneller Bier-Einschenker
Andi: Fahrer
Miri: Berichtschreiberin
Marko: DJ
Steffi W.: Organisatorin, mitdenkender Kopf in der Chaos-Runde
Michi W.: Kameramann

Best-of der Sprüche des Tages

  • Miri: „Markus bräuchte drei Liter Vodka intravenös - zur Entspannung.“ 
  • Babsi: „Wer hat denn den Scheiß bespannt?“ (nachdem der von ihr in der letzten Minute extra für das heutige BL-Playoff frisch bespannte Schläger von Hinz im MX reißt)
  • Andi: „Geschickt von uns war, die zwei Damen in die drei Damenspiele zu stellen.“
  • - Miri: „Waah! Die Vorchdorferinnen werden in der Pause gecoacht! Warum coacht keiner unsere Spielerinnen!?“
    - Andi: „Miri, es steht 11:1...“

3 größten Hürden des  Tages

  • Wo ist der Eingang zur Halle?
  • Wie wird im Live-Ticker der VRC-Trainings-Gruppe der Punktestand richtig/einheitlich/für alle verständlich geschrieben?
  • Wie beruhigen wir Markus?

Abschließend: Es war ein äußerst erfolgreicher und irrsinnig lustiger Tag, der einen erfreulichen Vorgeschmack auf die kommende BL-Saison gibt.
An die Spieler: Ihr habt richtig richtig toll gespielt, es war ein Wahnsinn zum Zuschauen und unglaublich was ihr da am Feld abgeliefert habt!

Also nicht vergessen…..VRC goes BUNDESLIGA

MB