Vienna Racket Club
  • 2.Bundesliga 2018/19 (Foto: Barbara Galos)

  • 2.Bundesliga 2018/19

  • 2.Bundesliga 2018/19 (Foto: Barbara Galos)

  • Austrian Open 2018 (Foto: Sven Heise)


Am 14. und 15. Oktober 2017 versammelten sich wieder einmal zahlreiche Badmintonbegeisterte in der Rundhalle in Alt Erlaa um teils miteinander, teils gegeneinander ein Wochenende lang „spielend“ zu verbringen. Vor allem der Turnierleitung länger in Erinnerung bleiben, wird das ewige URW-Jacken-Syndrom. Der eine URWler will sie nicht ausziehen, der andere URWler kann sie nicht ausziehen. Wie auch beim D-Turnier bereits schwitzte Hasib die meisten Spiele mit seiner roten URW-Jacke, die er erst im Finale im zweiten Satz gegen Christoph Gschwandtner auszog. Sein Vereinskollege Thomas Wolf wiederum steckte in seiner fest und wandte sich mit einem sehr speziellen Problem an die Turnierleitung. „Könnt ihr mir bitte helfen meine Jacke auszuziehen?“ Der Zippverschluss hatte sich irgendwie verklemmt und weder Michis Fingerspitzengefühl noch die Zange des Hallenwarts konnte ihm aus dieser verhängnisvollen Affäre befördern. Letzter Ausweg: die Jacke aufzuschneiden.

VRC Turnierorganisation

Die insgesamt 13 Frauen spielten in drei 3er-Gruppen und einer 4er-Gruppe um den Sieg im DE, den sich am Sonntagnachmittag Andrea Reichel (BC Donaustadt)  vor Sabine Sigmund (ATSV Hirtenberg) und Anezka Bouckova (Sportunion Krems) holte. Anzumerken wäre hier, dass letztere ihr allererstes C-RLT spielte, da sie bis jetzt nur in der Jugend vertreten war und gleich einmal den dritten Platz machte. Am 6. Platz folgte Miriam dicht gefolgt von ihrer DD-Partnerin Steffi auf dem 7. Platz, nachdem sie sich in den Kreuzspielen ihr wahrscheinlich 137.583. Duell lieferten.

Die 28 Herren wurden in acht Gruppen geteilt, von denen dieses Mal nur drei eine VRC-Beteiligung aufweisen konnten. Michi Wagner komplettierte das Franzosen-URW-Sandwich als Gruppenzweiter, vor ihm Fabien Huyghe, hinter ihm Max Kuerten. Am Sonntag besiegte er Wolfgang Kammel (BC Donaustadt) in einer langen Drei-Satz Partie, um dann leider gegen seinen allersten Trainer Erik Gebeshuber zu verlieren. Da er aber danach gegen Philipp Grasmück (ASV Mödling) gewann, gehört ihm nun der 11. Platz dieses C-Turniers.

Alex fand sich nach der Auslosung in der Gruppe B mit Benedikt Mais und Simon Buschenreithner wieder, verlor gegen Benedikt Mais und zu 17 gegen Simon. Obwohl Benedikt als Gruppensieger zu den Mitfavoriten um den C-Sieg zählte, gab er am Sonntag in der Früh überraschend und unerwartet W.O. Nach dem kleinen Exkurs ins Maisfeld nun wieder zu Alex spielerischen Leistung: Am Sonntag verlor dieser knapp in drei Sätzen gegen Florian Wagner, erkämpfte sich einen knappen 3-Satz-Sieg gegen Norbert Schneider (Pottenbrunn) und verlor dann auf einem der beiden bösen Belüftungsfelder gegen Daniel Wess (Pressbaum). Nun darf sich Alex über Platz 22 freuen. 
(Die beiden Belüftungsfelder waren Feld 2 und 5, auf denen es so stark stürmte, dass vereinzelte Spieler diese lieber nicht bespielen wollten, andere wiederum beschwerten sich, dass die vier verbliebenen dann zu wenig für ein C-RLT wären. Der Turnierleitung wird es manchmal nicht leicht gemacht!)

Zu der 4er-Gruppe, in der Javed und Willi ihr bestes gaben: Javed setzte sich gegen seine Konkurrenten erfolgreich durch und stieg zum Gruppensieger auf, das heißt, am Sonntag kämpfte er um die Plätze 1-8. Sein erstes Match verlor er gegen Christoph Gschwandtner, dann „gewann“  er durch das W.O.  von Benedikt Mais, verlor aber anschließend gegen Christian Adler und belegt jetzt den 6. Platz. Sein Schlussstatement, recht verschwitzt, keuchend und erschöpft: „Ich bin sehr froh, dass ich jetzt nach Hause gehen kann. Ich muss wirklich anfangen mehr zu spielen.“

In derselben Gruppe wie Javed hielt sich auch unser Willi auf. Zu kiefeln hatte er an der unheimlich knappen Niederlage gegen Norbert Schneider (20:22, 21:16, 20:22), die ihn zum Gruppenvierten machte, weswegen er uns an Tag 2 leider nicht mehr mit seiner Anwesenheit beehrte sondern lieber in Linz mit seiner Mama wählen ging. Unvergessen wird sein „Gegen-die-Wand-Kill“ bleiben. Zitat und Erklärung Willi Kang: „Wenn man den Ball töten kann, der Ball aber nicht aufs gegnerische Feld, sondern auf die Wand dahinter fliegt.“

Beim Sieg im DD war der VRC zumindest mit 1,5 Beinen in der Türe. Miriam Herbst und Andrea Reichel (als Ex-VRClerin zählt sie als das halbe VRC-Bein) holten sich wieder einmal den Sieg in dieser Disziplin. Verdiente Zweite wurden Malou Schaub und Susanne Swoboda (beide ASV Mödling). Der dritte Platz, der ja nicht ausgespielt wurde, ging an Anna Gredinger und Catharina Pulka (beide BC Donaustadt) sowie Doris Reiterer und Sabine Sigmund (beide ATSV Hirtenberg). Steffi und Miriam stürzten sich zwar auch ins Getümmel um den Sieg, kamen aber leider nicht ganz so weit. Sie mussten sich bereits in der ersten Runde geschlagen geben und hatten auch nach dem Match noch jede Menge Diskussionsstoff.

Den Sieg im HD rissen sich wieder einmal Christoph Gschwandtner und Wolfgang Kammel (beide BC Donaustadt) unter den Nagel (vielleicht sollte ihnen jemand mal sagen, dass das langsam voraussehbar und langweilig wird ;)). Im Finale trafen sie auf Philipp Graßmück (ASV Mödling) und Daniel Wess (Pressbaum), dessen Knie vom Turnier stark gezeichnet waren und mehr rot als fleischfarben.

Für den VRC gingen hier nur Michi Wagner und sein Trainingspartner Benedikt Mais ins Rennen sowie Alex Svoboda mit dem Donaustädter Sreedhar Baddigam. Erstere hatten im Match Jung gegen Erfahren (Christian Adler und Harald Pühringer) doch klar die Nase vorne und konnten das Match nach einem Aussetzer im zweiten Satz (21:11, 10:21, 21:18) für sich entscheiden. In der nächsten Runde warteten schon die späteren Turniersieger Kammel/Gschwandtner, an denen es für die beiden jungen Hüpfer leider nicht mehr weiter ins Halbfinale ging. 

Und nun, last but not least: Mixed. Die Wagner- Geschwister zeigten im Run zum Sieg Unglaubliches. Michi, eine Laufmaschine, die J.E.D.E.N. Ball bekommt und retourniert, Steffi, an der kein Ball vorbei kommt und die das Feld knallhart verteidigt, mussten sich auf den allerallerletzten Zentimetern Malou Schaub und Daniel Wess geschlagen geben, die einen 2:14-Rückstand im ersten Satz noch zu 17:21 machten und dann (aus VRC-Sicht) leider aber doch hart erarbeitet und verdient gewannen.

Alles in allem, wieder einmal ein sehr gelungenes Turnier trotz unzähliger W.O.s an Tag 2, das die Turnierleitung Steffi und Ronny bravourös geschaukelt haben, wie so manch anwesende Jungeltern, die die nächste Generation schon auf Schläger, Ball, Netz, Feld abrichten bevor der Nachwuchs überhaupt noch aufrecht gehen/stehen kann.

Detailergebnisse

Bericht: Miriam B.